Familienpolitik: Gemeinsame Elternverantwortung fördern, Maßnahmen zur Vereinbarkeit weiterentwickeln
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele Menschen in Nordrhein-Westfalen eine zentrale Herausforderung. Das zeigt auch der im Juli 2026 veröffentlichte Familienbericht, mit dem die Landesregierung erstmals seit 2015 eine ausführliche wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Lebenslagen von Familien in Nordrhein-Westfalen vorgelegt hat. Entscheidend für die Vereinbarkeit sind demnach verlässliche Betreuungsangebote und familienfreundliche Rahmenbedingungen bei der Arbeit.
Die CDU-Landtagsabgeordneten für den Rhein-Erft-Kreis, Romina Plonsker, Thomas Okos und Gregor Golland, setzen sich für eine moderne Familienpolitik ein, die beide Elternteile gleichermaßen unterstützt, Kindern gute Startchancen ermöglicht und im Bedarfsfall Auszeiten für die Pflege von Angehörigen ermöglicht. Daher unterstützen sie den Antrag „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemeinsam gestalten“, den die CDU-geführte Koalition am 14.10.2026 in den Landtag einbringt.
„Nach wie vor tragen Mütter die größte Last im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und bei der Pflege von Angehörigen, auch bei uns im Rhein-Erft-Kreis“, erläutern die drei Christdemokraten. „Zugleich fehlen passende Unterstützungsangebote für Väter. Dieses Ungleichgewicht hat Einfluss auf die Verteilung der Erwerbstätigkeit, das Haushaltseinkommen und auch auf die Zufriedenheit in Familien. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei nicht nur eine Frage der privaten Organisation, sondern Arbeitgeber, Politik und Verwaltung müssen die Rahmenbedingungen dafür bieten.
Viele Unternehmen in NRW fördern familienfreundliche Strukturen bereits aktiv. Einige bieten zum Beispiel die Möglichkeit, sich Auszeiten für pflegende Tätigkeiten zu nehmen. Im Rahmen des Landesprogramms ‚Vereinbarkeit und Pflege‘ haben sich schon mehr als 500 Betriebe mit einer Charta zu einer pflegefreundlichen Personalpolitik bekannt. Darunter sind auch einige Unternehmen und Stadtverwaltungen im Rhein-Erft-Kreis. Es dürfen gerne noch mehr werden.“
Der Antrag im Plenum fordert die Landesregierung u.a. auf, zu prüfen, ob ein Landespreis „Familienfreundliche Unternehmen in Nordrhein-Westfalen“ eingeführt werden kann und wie Unternehmen in der Ausrichtung ihrer Vereinbarkeitsstrategien bestärkt werden können. Zudem wird ein Landesprogramm „Vereinbarkeit“ vorgeschlagen, das gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften erarbeitet werden könnte.
Okos, Plonsker und Golland weisen auch auf die Schwierigkeit für Unternehmerinnen und Unternehmer hin, Familie und Beruf zu vereinbaren. Hier spielt vor allem der fehlende Mutterschutz für Selbständige eine Rolle. „Die Landesregierung hat daher vor zwei Jahren eine Initiative auf Bundesebene eingebracht, um den Mutterschutz für Selbstständige im Bund zu verankern“, so die drei Abgeordneten. „Die Prüfung entsprechender Möglichkeiten wurde 2025 in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung aufgenommen. Wir machen gerne darauf aufmerksam, dass in NRW bereits verschiedene Maßnahmen angestoßen wurden, damit die Menschen, auch im Rhein-Erft-Kreis, Familie und Beruf leichter vereinbaren können.“
Dazu gehört auch das „Familienportal.NRW“, eine zentrale Informationsplattform, die stetig ausgebaut wird. Im Plenarantrag wird gefordert, dass diese Plattform das Thema Vereinbarkeit noch sichtbarer macht und erweitert.
„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, unterstreichen die Christdemokraten. „Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels. Wir sehen in vielen Bereichen bereits gute Maßnahmen – diese wollen wir stärken und weiterentwickeln.“