„Alteingesessene Bäckereien sind ein Lebenselixier für die Orte“

CDU-Landtagsabgeordnete Romina Plonsker früh morgens in der Bäckerei Boveleth in Kirchherten – „Sie hat viel zugehört und viel mit auf den Weg bekommen.“


Nach einem Holzofenbrot und frischen Brötchen wartete ein Aprikosenkuchen auf Romina Plonsker. Den hat die CDU-Landtagsabgeordnete beim Bäcker Boveleth in Bedburg gebacken. Früh morgens um drei Uhr stand sie in der Backstube, um sich vor Ort ein Bild vom Bäckerhandwerk und seinen täglichen Herausforderungen zu machen, um von den Gesellen und Mitarbeitern zu erfahren, was ihnen so auf dem Herzen liegt, und um zu zeigen, wie sehr sie selbst das Bäckerhandwerk schätzt. Guido Boveleth: „Sie hat viel gefragt, sie hat viel zugehört, und sie hat von ihnen viel mit auf den Weg bekommen, zum Beispiel was Kinderbetreuung angeht.“

Mit ihrem Besuch bei Bäckermeister Boveleth nahm die CDU-Landtagsabgeordnete für Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Pulheim den Faden ihrer Themenwoche vor zweieinhalb Jahren wieder auf: Damals hatte sie unter dem Titel „Erntedank: Von der Scholle ins Verkaufsregal“ unter anderem eine Bäckerei in Pulheim besucht – und dabei mehrere Laugenbrezeln geschwungen. „Mir ist es sehr wichtig, das Handwerk zu stärken“, sagt Romina Plonsker. „Bäckereien und insbesondere alteingesessene Bäckereien wie hier in Kirchherten die Bäckerei Boveleth sind so etwas wie ein Lebenselixier für die Orte. Machen sie zu, geht ein Stück Heimat verloren.“

Aber die Bäckereien haben zu kämpfen, daraus macht Guido Boveleth keinen Hehl: Es fehle an Fachkräften, und der bürokratische Aufwand sei sehr hoch. Viele Betriebe geben auf. Nach Angaben der Bäckerinnung Köln/Rhein-Erft-Kreis von Ende April dieses Jahres gab es vor 25 Jahren im Bezirk 480 Betriebe, heute seien es noch 69.

Die Bäckerei Boveleth gibt es seit über 100 Jahren, Guido Boveleth ist seit 26 Jahren Bäckermeister, führt die Bäckerei in vierter Generation und sein Beruf macht ihm großen Spaß, er liebt die Vielfalt seines Handwerks. Aber er wünscht sich auch Entlastung insbesondere von „unsinniger Bürokratie“. Und er nennt als Beispiel Statistiken über verbrauchte Mengen, die er regelmäßig abliefern muss. Boveleth: „Diese Statistiken interessieren nur die großen Handelskonzerne, um zu erfahren, ob hier ein Markt ist.“

Romina Plonsker kennt die Kritik an der Bürokratie. Und sie verweist darauf, dass die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen von CDU und FDP im Düsseldorfer Landtag unter Federführung des zuständigen Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Landesplanung schon zwei so genannte „Entfesselungspakete“ beschlossen haben, um bürokratische Hürden abzubauen, wie beispielsweise die Hygieneampel. Die CDU-Landtagsabgeordnete ist unter anderem ordentliches Mitglied in diesem Ausschuss. Plonsker: „Ich werde die Erfahrungen aus meinem Besuch hier in Kirchherten mit in meine politische Arbeit und die Diskussion im Landtag einbringen.“

Nach oben