Geburtshilfe Bergheim: „Keine rechtliche Möglichkeit, Schließung zu beanstanden“

NRW-Gesundheitsminister Laumann (CDU) antwortet auf Bitte um Prüfung – CDU-Landtagsabgeordnete Romina Plonsker: „Es drängt sich der Gedanke auf, dass Träger und Klinikleitung schnell vollendete Tatsachen schaffen wollten“

Romina Plonsker MdL als Schirmherrin der Frauengesundheitswoche 2018 Romina Plonsker MdL als Schirmherrin der Frauengesundheitswoche 2018

„Die Schließung der Geburtshilfe des Maria-Hilf-Krankenhauses in Bergheim war eine unternehmerische Entscheidung des Krankenhausträgers. Sofern die Versorgung der Bevölkerung gesichert ist, gibt es keine rechtliche Möglichkeit, eine Schließung zu untersagen.“ Das schreibt jetzt der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an die für die Städte Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Pulheim zuständige Landtagsabgeordnete Romina Plonsker. Plonsker hatte ihn wegen der beabsichtigten Schließung von Geburtshilfe und Gynäkologie am Bergheimer Maria-Hilf-Krankenhaus angeschrieben und um Prüfung gebeten.

Durch die Schließung entstehe keine Versorgungslücke in der Betreuung von Frauen und Schwangeren, schreibt Laumann. Von einer Versorgungslücke könne erst dann gesprochen werden, wenn die Anfahrt zum nächsten Krankenhaus mit dem Auto 40 Minuten und mehr betrage. Das sei für Bergheim nicht der Fall, so der Gesundheitsminister, und er verweist auf die Geburtshilfe im Frechener Krankenhaus, die laut Klinikleitung in diesem Frühjahr noch wiedereröffnet werden solle.

„Ich kann nachempfinden, dass für viele Beteiligte die vom Krankenhausträger veranlasste Schließung der Geburtsstation nur schwer nachvollziehbar ist“, bedauert der Minister. Laumann: „Ich kann Ihnen versichern, dass sich die Landesregierung auch weiterhin für eine patienten- und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung und die Stärkung einer qualitativ hochwertigen geburtshilflichen Versorgung einsetzt.“

Derweil wundert sich die CDU-Landtagsabgeordnete Romina Plonsker, dass das Maria-Hilf-Krankenhaus entgegen seiner ursprünglichen Ankündigung die Geburtshilfe nicht zum 31. März, sondern bereits am vergangenen Freitag zum 1. Februar 2019 geschlossen hat. Sie nehme das so wahr, dass es überhaupt kein Interesse mehr gegeben habe, gemeinsam nach einer Lösung für den Erhalt von Geburtshilfe und Gynäkologie zu suchen. Plonsker: „Es drängt sich der Gedanke auf, dass Klinikleitung und Träger schnell vollendete Tatsachen schaffen wollten.“

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